1.Überblick

Kroatien zählt zu den schönsten Zielen Europas für Reisen mit dem Wohnmobil. Kaum ein anderes Land vereint so harmonisch dramatische Küstenlandschaften, mediterranes Flair, antike Städte, über 1.200 Inseln und die warme Adria – und genau das macht eine Tour mit dem Camper hier so besonders.
Schon die Küstenstraße, die sich von Istrien bis hinunter nach Dubrovnik zieht, ist ein Erlebnis für sich: Duftende Pinienwälder, kleine Steindörfer, türkisfarbene Buchten und schroffe Klippen begleiten dich kilometerlang. Gleichzeitig wartet im Landesinneren eine völlig andere Welt: Wasserfälle, Karstberge, dichte Wälder, Höhlen und stille Seen.
Für Camper ist Kroatien ideal: Es gibt über 300 wunderschöne Campingplätze – von luxuriösen Beach-Resorts bis hin zu kleinen, familiengeführten Stellplätzen. Viele liegen direkt am Meer, manche mitten im Grünen. Die Infrastruktur ist gut, und selbst abgelegenere Regionen sind leicht erreichbar.
Auch wenn Kroatien längst kein supergünstiges Reiseziel mehr ist, bietet es ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders außerhalb der Hochsaison. Seit der Einführung des Euro im Jahr 2023 ist Reisen sogar noch einfacher geworden – keine Umrechnungen mehr, keine Wechselstuben.
Wenn du Meerblick, Natur, gutes Essen und eine Mischung aus mediterraner und slawischer Kultur liebst, ist Kroatien ein echtes Traumziel für eine Wohnmobilreise.
2.Anreise
2.1 Mit dem eigenen Wohnmobil
Die meisten Wohnmobilreisenden erreichen Kroatien über Österreich, Slowenien oder Italien. Alle drei Routen sind gut ausgebaut und angenehm zu fahren. Besonders die Strecke über Slowenien ist beliebt, da man fast nahtlos auf die kroatischen Autobahnen weiterfahren kann.
Im Sommer kann es an den Grenzen etwas voller werden, vor allem am Wochenende – der eigentliche Grenzübertritt geht dennoch schnell und unkompliziert.
Was dir sofort auffällt: Die Straßenqualität in Kroatien ist hoch. Die Autobahnen im Landesinneren sind modern, die Küstenstraße ist gut gepflegt. Abseits der Hauptstraßen kann es jedoch schnell eng werden – vor allem in alten Ortschaften, kleinen Häfen oder in bergigen Regionen. Mit einem großen Wohnmobil ist hier Geduld gefragt.
2.2 Fähren nach Kroatien
Mit über tausend Inseln spielt der Fährverkehr eine riesige Rolle – und für Camper ist genau das ein echter Reiz. Fast alle Fähren sind problemlos mit Wohnmobil befahrbar.
Internationale Fährverbindungen kommen überwiegend aus Italien:
– Ancona → Zadar / Split
– Bari → Dubrovnik
– Venedig / Triest → Istrien
Die Überfahrten sind angenehm ruhig, und auf längeren Strecken sorgen Kabinen dafür, dass du ausgeruht ankommst.
Inlandsfähren werden überwiegend von Jadrolinija betrieben. Sie verbinden das Festland mit nahezu allen bewohnten Inseln – Cres, Krk, Rab, Pag, Brač, Hvar, Korčula und viele mehr. Im Sommer fahren die Fähren besonders häufig, aber auch dann lohnt sich eine Reservierung, wenn du ein großes Wohnmobil hast.
Tip
Im Juli und August solltest du Fähren frühzeitig buchen, besonders auf beliebten Routen nach Hvar, Brač und Korčula.
3.Einreise & Formalitäten

3.1 Dokumente & Währung
Für EU-Bürger ist die Einreise schnell und unkompliziert – du brauchst nur deinen Ausweis oder Reisepass. Haustiere benötigen wie gewohnt den EU-Heimtierausweis, Mikrochip und Tollwutimpfung.
Seit Januar 2023 hat Kroatien den Euro (€) eingeführt. Das macht Reisen deutlich leichter: kein Währungswechsel, keine verwirrenden Kuna-Preise.
Kreditkarten werden beinahe überall akzeptiert – auf Campingplätzen, an Mautstellen, auf Fähren, in Restaurants und sogar an vielen Strandkiosken. Selbst viele Parkautomaten akzeptieren inzwischen Karten oder digitale Zahlungsmethoden.
3.2 Fahrzeuganforderungen & Maut
Kroatien nutzt ein ticketbasiertes Mautsystem. Beim Auffahren auf die Autobahn ziehst du ein Ticket, beim Verlassen zahlst du. Die Gebühren sind im Vergleich zu anderen Ländern fair – deutlich günstiger als in Italien – und du kannst bequem in Euro oder per Karte bezahlen.
Vielfahrer besorgen sich hin und wieder das ENC-Gerät, eine Art Transponder, der Rabatte bringt und die Durchfahrt beschleunigt. Pflicht ist er aber nicht.
Die Verkehrsregeln entsprechen dem EU-Standard:
– Licht auch tagsüber eingeschaltet
– Warndreieck mitführen
– Promillegrenze 0,5 ‰
Parken kann in historischen Städten knifflig sein. Orte wie Split, Rovinj, Trogir oder Dubrovnik haben strenge Zonen, in denen Wohnmobile nicht einfahren dürfen. Nutze daher am besten offizielle Parkplätze oder Park-and-Ride-Angebote – das erspart dir Stress und hohe Strafen.
4.Autofahren
Autofahren in Kroatien ist meist ein Vergnügen – vor allem entlang der Küste, wo dich fast hinter jeder Kurve eine neue Postkartenkulisse erwartet. Trotzdem ist Aufmerksamkeit wichtig: Die Küstenstraße ist kurvig, teils schmal und verläuft an einigen Abschnitten direkt an steilen Klippen entlang. Überholmöglichkeiten gibt es nur wenige, daher fährt man am besten ruhig und defensiv.
Die Autobahnen im Landesinneren sind modern, breit und angenehm zu fahren. Ganz anders sieht es in kleinen Dörfern und historischen Städten aus: enge Gassen, Kopfsteinpflaster und Straßen, die noch aus Zeiten stammen, in denen Karren statt Wohnmobile unterwegs waren. Hier solltest du dein Wohnmobil am besten außerhalb parken und das Zentrum zu Fuß erkunden – stressfreier und deutlich entspannter.
Während der Sommermonate steigt der Verkehr in Küstenorten, an Nationalparks und an Fährhäfen spürbar an. Wer früh startet, Wochenenden meidet und Fähren rechtzeitig reserviert, spart Zeit und Nerven
5.Campen

5.1 Campingplätze
Kroatien gehört zu den besten Campingländern Europas – nicht zuletzt wegen seiner rund 300 offiziellen Campingplätze, von denen viele traumhaft direkt am Meer liegen. Von großen, familienfreundlichen Anlagen mit Pools und Restaurantbereichen bis hin zu kleinen, naturnahen Plätzen, die unter Pinien direkt am Strand liegen, findest du wirklich alles.
Die meisten Campingplätze entlang der Küste sind gepflegt, modern und gut ausgestattet:
– saubere Sanitäranlagen
– Strom- und Wasseranschlüsse
– Waschmaschinen
– Minimärkte
– Restaurants und Strandbars
Einige der neuen Anlagen wirken eher wie kleine Ferienresorts und bieten Wasserparks, Wellnessbereiche oder luxuriöse Stellplätze direkt am Wasser.
Da Kroatien im Sommer äußerst beliebt ist, solltest du für Juli und August unbedingt vorab reservieren – besonders, wenn du ein großes Wohnmobil hast oder dir einen Stellplatz in erster Reihe sichern möchtest.
Wer flexibel ist, reist am besten im Mai, Juni oder September: Die Adria ist warm genug zum Baden, es ist deutlich ruhiger und die Preise sind angenehmer. Viele erfahrene Camper bezeichnen diese Monate als die schönste Reisezeit.
5.2 Stellplätze
Neben Campingplätzen gibt es in Kroatien immer mehr Wohnmobilstellplätze, die speziell für Camper eingerichtet wurden. Sie sind meist kleiner als klassische Campingplätze, dafür aber perfekt für alle, die häufiger den Standort wechseln oder nur eine ruhige und praktische Übernachtungsmöglichkeit suchen.
Die Ausstattung variiert – viele bieten Strom, Wasser, V+E und teilweise sogar moderne Serviceeinrichtungen. Besonders beliebt sind Stellplätze bei Yachthäfen, in kleinen Küstenorten oder in den ländlichen Regionen im Landesinneren. Dort bekommst du eine authentische, angenehm ruhige Seite Kroatiens zu sehen.
5.3 Wildcampen
Wildcampen ist in Kroatien offiziell verboten, und Verstöße können teuer werden. An der Küste, in Nationalparks und auf beliebten Inseln wird streng kontrolliert. Während der Sommersaison sind Polizei und Gemeindewachen regelmäßig unterwegs und verweisen Camper, die an nicht erlaubten Orten stehen, umgehend.
In den ruhigeren Monaten von November bis Anfang April berichten manche Reisende von tolerierten, diskreten Übernachtungen im Landesinneren – vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten oder abgelegenen Dörfern. Wenn du das versuchst, dann bitte mit maximalem Respekt:
– spät ankommen, früh abfahren
– keine Stühle oder Tische rausstellen
– kein Feuer, kein Kochen draußen
– Müll immer mitnehmen
– absolut keine Spuren hinterlassen
Was du zusätzlich bedenken solltest: Winterwetter ist an der Küste oft ungeeignet für Wildcamping. Die Bora – ein starker, fallwindartiger Nordostwind – kann plötzlich auftreten und extreme Böen bringen. Hinzu kommen Starkregen, rutschige Straßen und unzugängliche Küstenabschnitte, die im Winter schnell verschlammen.

6.Services für Camper
Wasser & Abfall:
Campingplätze und Stellplätze verfügen fast immer über gute und saubere Entsorgungsstationen. In vielen Marinas kannst du gegen eine geringe Gebühr ebenfalls entsorgen. Leitungswasser hat im ganzen Land eine solide Qualität.
Gas:
Kroatien verwendet ein eigenes Gasflaschensystem. Deutsche, österreichische oder Schweizer Flaschen können häufig nicht befüllt werden. LPG-Tankstellen existieren, sind aber im Landesinneren seltener. Für längere Aufenthalte lohnt es sich, eine lokale Gasflasche zu kaufen.
Einkaufen:
Supermärkte wie Lidl, Konzum, Plodine oder Kaufland versorgen dich mit allem, was du brauchst. Auf Wochen- und Bauernmärkten bekommst du ausgezeichnete lokale Produkte: Pfirsiche, Feigen, Tomaten, Olivenöl, Honig und natürlich frischen Fisch.
Essen:
Die kroatische Küche ist ein Genuss. An der Küste dominieren Fisch und Meeresfrüchte: gegrillter Fisch, Oktopussalat, schwarzes Risotto und Tintenfischspezialitäten. Im Landesinneren findest du mehr Fleischgerichte, hausgemachte Pasta, Trüffelgerichte sowie den berühmten Pager Schafskäse.
7.Routen
Kroatien bietet spektakuläre Routen für jeden Geschmack. Hier finden Sie einige empfohlene CampPilot-Routen, die Sie zu den schönsten Orten des Landes führen.
Adriatic Coast: 7 Jewels of Croatia
8.Highlights
• Plitvicer Seen – 16 kaskadenförmige Seen, UNESCO-Welterbe
• Krka Nationalpark – spektakuläre Wasserfälle
• Paklenica Nationalpark – Kletterparadies
• Kornati-Inseln – 89 Inseln, Nationalpark
• Brijuni-Inseln – Nationalpark, ehemalige Präsidenteninsel
• Velebit – Gebirgszug, Nationalpark
• Dubrovnik – 'Perle der Adria', historische Altstadt, UNESCO-Welterbe
• Split – Diokletianpalast, UNESCO-Welterbe
• Zadar – historische Stadt, Meeresorgel
• Pula – römisches Amphitheater
• Trogir – historische Altstadt, UNESCO-Welterbe
• Šibenik – Kathedrale, UNESCO-Welterbe
• Rovinj – malerische Küstenstadt
• Strandurlaub an der Adria-Küste
• Wassersport (Surfen, Tauchen, Segeln)
• Inselhopping – über 1.000 Inseln
• Wandern in den Nationalparks
• Klettern in Paklenica
• Radfahren entlang der Küste
• Kultur- und Städtetouren
• Bootstouren zu den Inseln
• Frische Meeresfrüchte
• Crni rižot – schwarzes Risotto
• Peka – traditionelles Schmorgericht
• Pršut – kroatischer Schinken
• Käse von den Inseln
• Lokaler Wein
• Olivenöl
9.Kosten

Kroatien ist im Sommer kein günstiges Reiseziel mehr, aber im Vergleich zu westeuropäischen Ländern dennoch moderat – vor allem außerhalb der Hauptsaison.
Camping:
Je nach Lage und Komfort 25–80 € pro Nacht.
Essen:
Hauptgerichte in Fischrestaurants kosten oft zwischen 12–25 €
Lebensmittel:
liegt im mittleren Preisbereich
Diesel:
meist im europäischen Durchschnitt
Maut:
addiert sich auf langen Strecken, bleibt aber günstiger als in Italien.
10.Sicherheit
Kroatien gilt als eines der sichersten Länder Europas. Kriminalität ist sehr gering und die Polizei reagiert schnell und zuverlässig. Ob in Städten, ländlichen Gebieten oder abgelegenen Küstenabschnitten – die meisten Reisenden fühlen sich jederzeit wohl
Waldbrände im Sommer
Zwischen Juni und September herrschen oft sehr trockene Bedingungen. Temperaturen über 35 °C sind keine Seltenheit und in Verbindung mit der Bora können Waldbrände schnell entstehen und sich rasch ausbreiten.
Mögliche Auswirkungen:
– Straßensperrungen
– verrauchte Küstenabschnitte
– Fährverbindungen können vorübergehend eingestellt werden
Als Camper solltest du daher immer:
– niemals in der Nähe von trockenem Gras grillen
– kein offenes Feuer außerhalb ausgewiesener Grillzonen machen
– lokale Brandwarnstufen beachten („požar opasnost“)
– während Hitzewellen besonders aufmerksam sein
