Kanada-Roadtrip: Mit dem Wohnmobil durch endlose Wildnis
    ReiseführerKanada-Roadtrip: Mit dem Wohnmobil durch endlose Wildnis
    🇨🇦Kanada

    Kanada-Roadtrip: Mit dem Wohnmobil durch endlose Wildnis

    Alles, was du wissen musst für dein Abenteuer zwischen Rockies, Seen & Wildnis

    1.Überblick

    Kanada ist wie geschaffen für ausgedehnte Roadtrips. Entfernungen werden hier in Tagen statt in Stunden gemessen: Du fährst Hunderte von Kilometern durch dichte Wälder, entlang endloser Seen oder über weite Ebenen – und hast trotzdem das Gefühl, nur an der Oberfläche dieses riesigen Landes zu kratzen. Für Camper- und Overland-Reisende liegt genau darin der Zauber Kanadas: morgens am See aufwachen, tagsüber über spektakuläre Highways fahren und den Abend unter einem klaren Sternenhimmel ausklingen lassen.

    Dieser Artikel wurde von Rebecca von RumsAdventure verfasst. Gemeinsam mit ihrem Mann unternahm sie eine außergewöhnliche 14-monatige Overland-Reise entlang der Panamericana und reiste mit dem eigenen Fahrzeug von Kanada bis nach Argentinien. Ihre Erfahrungen aus tausenden Kilometern Roadtrip fließen direkt in diesen Guide ein.

    Rebecca und Marcel
    Rebecca und Marcel

    2.Verschiffung nach Kanada – Kurzer Überblick

    Wer Kanada mit dem eigenen Fahrzeug erkunden möchte, muss es zunächst über den Atlantik verschiffen. Was auf den ersten Blick kompliziert klingt, ist dank spezialisierter Speditionen für Overlander inzwischen ein gut eingespielter und vergleichsweise unkomplizierter Prozess.

    Grundsätzlich stehen dir zwei Transportarten zur Verfügung: RoRo (Roll-on/Roll-off) und Containerversand.
    Beim RoRo-Verfahren wird dein fahrbereites Fahrzeug direkt auf das Schiff gefahren und im Zielhafen wieder entladen. Diese Variante ist meist die günstigste und wird besonders häufig für Routen von Europa nach Nordamerika genutzt. Typische Abfahrtshäfen sind Hamburg oder Antwerpen, während Halifax in Kanada einer der beliebtesten Ankunftshäfen für Overlander ist. Die reine Überfahrt von Europa nach Halifax dauert etwa 11 Tage.

    Der Containerversand bietet dagegen mehr Sicherheit und Flexibilität. Dein Fahrzeug wird in einem geschlossenen Container transportiert, was zusätzlichen Schutz bietet und das Risiko von Beschädigungen oder Diebstahl minimiert. Diese Option wird oft für größere Fahrzeuge gewählt oder wenn sich mehrere Reisende einen Container teilen, um die Kosten zu reduzieren. Zwar ist der Containerversand teurer, vermittelt dafür aber ein besonders beruhigendes Gefühl.

    Professionelle Speditionen kümmern sich in der Regel um die gesamte Abwicklung – von der Zollabfertigung über Hafenformalitäten bis hin zur Koordination vor Ort. Für dich als Fahrzeughalter beschränkt sich der Aufwand meist auf das Bereitstellen der notwendigen Dokumente wie Fahrzeugschein, Reisepass und Versicherungsnachweis. Eine Seetransportversicherung wird dringend empfohlen, um dich gegen mögliche Schäden oder seltene Zwischenfälle auf See abzusichern.

    3.Einreisebestimmungen / Dokumente

    Die Einreisebestimmungen für Kanada sind unkompliziert. Ein gültiger Reisepass ist Pflicht. Wenn Sie nach Kanada fliegen, benötigen Sie außerdem eine eTA (Elektronische Reisegenehmigung), das man online beantragt. Es dauert in der Regel nur wenige Minuten und kostet etwa 5 €.

    Für dein Fahrzeug benötigen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil II, eine gültige Haftpflichtversicherung (oft über Anbieter wie Intersecure abgeschlossen) und einen Führerschein (ein internationaler Führerschein wird empfohlen). Deutsche Staatsbürger können sich bis zu 180 Tage visumfrei aufhalten, sofern keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen.

    Die TIP (Temporary Import Permit – Vorübergehende Einfuhrgenehmigung) für das Fahrzeug wird vom Zoll ausgestellt, bevor Sie das Auto abholen. Sie ist 180 Tage gültig – danach muss das Fahrzeug Kanada verlassen. Während dieses Zeitraums darf das Fahrzeug weder verkauft noch verschrottet werden.

    4.Routenplanung

    Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt, jedoch sind nur etwa 20 bis 30 Prozent des Landes überhaupt mit dem Auto erreichbar. Die Routenplanung ist entsprechend flexibel, aber auch von großen Distanzen geprägt.

    Der Trans-Canada-Highway, der sich von Ost nach West durch das Land zieht, ist hervorragend ausgebaut und bietet eine ideale Basis für die Durchquerung des Landes. Zu den landschaftlichen Höhepunkten zählen die Rocky Mountains mit den Nationalparks Banff und Jasper sowie der legendäre Dempster Highway, der bis nach Tuktoyaktuk an der arktischen Küste führt. Auch der Alaska Highway, Dawson City und Vancouver Island zählen zu den klassischen Highlights vieler Routen.

    5.Unsere Kanada-Route (Start in Nova Scotia)

    Unsere persönliche Kanada Reise startet in Halifax, Nova Scotia und ganz in der Nähe findet man auch schon ein Highlight der Natur. Die Bay of Fundy, die Bucht mit dem höchstem Tidenhub der Welt. Zwischen Ebbe und Flut liegen hier 12 Meter Wasser und man kann bei Ebbe über den Meeresboden laufen. Kleine Städtchen wie Lunenburg sind romantische Fischerorte mit viel Farbe und Charme, Leuchttürme gibt es an alles Ecken.


    Für kanadische Fälle “ganz in der Nähe” sollte man einen weiteren Rekordhalter auf keinen Fall auslassen: die Niagarafälle!
    Die riesigen Wassermaßen rauschen mit viel Lärm in die Tiefe und es gibt unzählige Möglichkeiten, diese zu bestaunen.

    Niagarafälle
    Niagarafälle
    💡

    Achtung: wer hier schon in die USA kreuzt, aktiviert sein Visum und kann ab hier, je nach Visum nur 90 bzw. 180 Tage reisen, bis er die USA wieder verlassen hat. Eine Ausreise nach Kanada stoppt das Visum nicht, es läuft weiter. Bei der Planung also unbedingt beachten oder einfach auf der schöneren kanadischen Seite bleiben.

    Wie sich Kanada unterwegs anfühlt

    Kanada beeindruckt vor allem durch seine unfassbare Weite. Natur ist allgegenwärtig, oft über Hunderte von Kilometern hinweg, und Begegnungen mit Wildtieren wie Elchen, Schwarzbären, Bisons oder Wölfen gehören vielerorts zum Alltag. Genauso wie unzählige Seen und Bäume. Ich sehe was, was du nicht siehst, kann hier ganz schön einseitig werden. Dennoch ist es wunderschön, denn die Natur ist nicht durch Menschenhand verändert.


    Entlang der großen Seen, an der Grenze zu den USA, starrt man hunderte Kilometer aufs Wasser - und trotzdem wird es nie langweilig.
    Stellplätze gibt es überall, und fast immer sind sie am See! Traumhaft vor allem im Sommer.

    Planung für lange Strecken

    Entfernungen zur nächsten Ortschaft oder Tankstelle von 300 Kilometern oder mehr sind keine Seltenheit und erfordern vorausschauende Planung. Haltbare Lebensmittel oder ein Kühlschrank sind da eine gute Idee. Die Supermärkte sind jedoch sehr gut ausgestattet, man bekommt alles, was das Herz begehrt.


    Kanada ist eines der Länder mit den freundlichsten und hilfsbereiten Menschen, was das Reisen besonders angenehm macht und man keine Angst hat, jemanden um Hilfe zu bitten oder nach dem Weg zu fragen.

    Image 1
    Image 2

    Die Rocky Mountains: Banff, Jasper & der Icefields Parkway

    Wenn man sich immer Richtung Westen hält, erreicht man irgendwann eine weitere Berühmtheit: den Banff Nationalpark. Einer der ältesten Nationalparks der Welt und der älteste des Landes. Zusammen mit seinen Nachbarn Yoho, Kootenay und dem nicht weniger berühmten Jasper Nationalpark bildet er ein traumhaftes Wandergebiet.

    In den Parks sollte man mindestens 1 Woche, lieber zwei für ausgedehnte Wanderungen einplanen. Aber auch für weniger Wanderbegeisterte ist eine Fahrt über den 230 km langen Icefield Parkway ziemlich sicher ein Highlight. Weiße Bergspitzen überragen dichte Wälder, Wasserfälle und glasklare Bergseen. Ein Paradies für jeden Liebhaber der Berge.

    Into the North: Alaska Highway, Yukon & Dawson City

    Doch auch der hohe Norden von Kanada ist sehr faszinierend. Wer die Nationalparks in Richtung Norden verlässt, startet wahrscheinlich auf den Alaska Highway, mit Beginn in Dawson Creek. Ab hier beginnt die unfassbare Weite Kanadas. Entlang des Alaska Highways gibt es einige tolle Highlights, wie die Liard Hot Springs mit Wasser bis zu 54 Grad Celsius.


    Viele weitere Highlights wie z.B. der Sign Post Forest in Watson Lake sind kostenfrei und gerade für Touristen eine Besonderheit. Denn was vor gut 100 Jahren mit einem von Heimweh geplagten Soldaten anfing, sind heute über 100.000 Schilder aus aller Welt, die zeigen, woher die Touristen hier kommen. Das Visitorcenter stellt Farbe und Pinsel zum Gestalten eines eigenen Schildes zur Verfügung. Die Chance sollte man sich nicht entgehen lassen. Und so hängt nun auch ein Schild unseres Heimatortes Hellenthal inmitten von hundert tausend anderen. 

    Wir sind mittlerweile in der Provinz Yukon angekommen. Eine Region, die vor allem für Goldsucher interessant war und Ende des 19. Jahrhunderts von diesen besiedelt wurde.


    Und einige Orte, z.B. Dawson City sehen auch heute noch aus, wie 1898 oder einem Wild West Film. Bunte Holzhäuser beherbergen heute anstatt von Saloons und Goldschürfern Souvenirshops, Restaurants und Museen.
    Und man kann sich vor tollen Erfahrungen auch hier nicht retten. An einem kleinen Creek kann man selbst nach Gold schürfen. Das entsprechende Material kann man sich sogar kostenlos in der Tourist Information ausleihen. Und wir haben sofort Erfolg! Ein Erlebnis, dass man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

    Image 1
    Image 2
    Image 3

    Dempster Highway zum Arktischen Ozean

    In Dawson City startet der Dempster Highway: 800km Schotterstraße mit nur einem Ziel: dem arktischen Ozean!
    Bevor man sich auf die Strecke begibt, sollte man aber unbedingt nochmal alle Vorräte auffüllen, denn hier kommt 800km pure Natur.


    Denn auch wenn Grizzlys jagen hier mit Zustimmung der Stammesoberhäupter der First Nations laut Straßenschildern gestattet ist, sollte man sein Glück lieber nicht auf die Probe stellen. 

    Irgendwann überquert man den nördlichen Polarkreis und dann wird es im Sommer nicht mehr dunkel. Lange Polarnächte und kältere Temperaturen machen die Fahrten sehr angenehm. Auch wenn man vor lauter Schotter kaum noch etwas verstehen kann. Es rappelt so sehr, dass sich eine Schraube an unserem Dachgepäckträger löst, also besser mal zwischendurch überprüfen, ob man nicht vielleicht eine Schraube locker hat.

    Nach etwa 2-3 Tagen erreicht man das Ziel: Tuktoyaktuk am Arktischen Ozean. Ab hier kommt nur noch Meer. Und Eisbären. Hier oben wohnen fast ausschließlich Inuit, einige von ihnen beherrschen noch traditionelle Gerichte oder Fischfang. Um auf ihre Kultur zu achten, ist Schwimmen im arktischen Ozean nur an bestimmten Stellen erlaubt.

    Wieder südlich: Alaska, Vancouver und Vancouver Island

    Nach einem Abstecher nach Alaska kann man dann den Weg Richtung Süden antreten.


    Aber Achtung:
    Die Entfernung sollte man hier nicht unterschätzen. Denn was auf der Karte nah aussieht, sind in Wirklichkeit mehrere Tage Fahrt. Von der Grenze zu Alaska bis nach Vancouver sind es ca. 2700 km. Würde man in Europa dieselbe Strecke fahren, käme man von Lissabon bis nach Warschau.

    • Wer Städte liebt, sollte Vancouver erkunden, wer lieber in der Natur sein möchte, der nimmt die Fähre nach Vancouver Island.

    • Die vergleichsweise kleine Insel hat einiges zu bieten: Regenwälder, Pazifikstrände, Orcas, Whale Watching, Bären, Pumas, Wanderwege, Berge, Wasserfälle, Flüsse und Seen.
      Eine tolle Insel, hier ist für jeden etwas dabei.
      Mit der Fähre von Victoria kann man außerdem entspannt in die USA einreisen, ohne lange Schlange an der Grenze zu stehen.

    6.Camping

    Das Camping- und Stellplatzangebot ist hervorragend. Kanada ist ein echtes Campingland, entsprechend dicht ist das Netz an Campingplätzen und RV Parks. Letztere sind komfortabel, jedoch meist sehr teuer. In den Nationalparks gibt es zahlreiche Campingplätze zu vergleichsweise günstigen Preisen, meist zwischen 13 und 22 Euro pro Nacht, allerdings oft sehr einfach ausgestattet – häufig mit Plumpsklo und ohne Duschen. Campingplätze unterscheiden sich deutlich von europäischen Standards:

    Die Stellflächen sind groß, durch Waldstücke voneinander getrennt, oft an Seen gelegen und fast immer mit Feuerstellen und Sitzgruppen ausgestattet.

    Wildcampen: Einer der größten Vorteile Kanadas


    Besonders toll ist die Möglichkeit des Freistehens, was in Kanada außergewöhnlich einfach ist. Auf sogenanntem Crowns Land, also staatlichem Land, ist das Campen grundsätzlich erlaubt, ausgenommen sind Nationalparks, Provincial Parks und Gebiete der First Nations.


    Um zu erkennen, ob man in solchen Flächen steht, eignen sich unter anderem Apps wie CampPilot,
    StayFree oder Google Maps, in denen die Gebiete entsprechend gekennzeichnet sind.


    Zusätzlich gibt es in Provinzen wie British Columbia zahlreiche sogenannte Recreation Sites, die wie einfache Campingplätze aussehen, komplett kostenfrei sind und teilweise sogar Toiletten bieten.

    Die Aufenthaltsdauer ist dort manchmal auf 14 Tage begrenzt. Kanada gilt damit als eines der besten Länder weltweit für Vanlife und Wildcampen, sofern die Leave-no-Trace-Regeln eingehalten werden. Lagerfeuer sind meist erlaubt, außer bei erhöhter Waldbrandgefahr.

    7.Versorgung & Entsorgung (Wasser, Müllentsorgung, Einkaufen, Gas)

    Die Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Viele RV Parks verfügen über Entsorgungsstationen, größere Campingplätze ebenfalls, und oft ist es möglich, diese nach freundlicher Nachfrage zu nutzen. Teilweise finden sich auch an Raststätten entsprechende Stationen. Frischwasser gibt es an vielen Tankstellen, allerdings ist es meist stark gechlort, weshalb ein Wasserfilter zumindest für den Geschmack empfehlenswert ist. Supermärkte sind in den meisten größeren Orten vorhanden, allen voran Walmart, wo von Lebensmitteln über Medikamente bis hin zu Autoreifen nahezu alles erhältlich ist.

    Auch die Gasversorgung ist gut organisiert, besonders Ketten wie Canadian Tire sind für Camper eine der wichtigsten Anlaufstellen.

    8.Internet

    Beim Thema Internet und Kommunikation zeigt sich Kanada von seiner herausfordernden Seite. Außerhalb der Ballungszentren ist der Mobilfunkempfang oft sehr eingeschränkt oder nicht vorhanden. Anbieter wie Lucky Mobile lassen sich unkompliziert einrichten und bieten eine ordentliche Grundabdeckung. In Cafés und Visitor Centern ist meist stabiles WLAN verfügbar.

    Für längere Aufenthalte abseits der Zivilisation wird Starlink oder eine vergleichbare Satellitenlösung dringend empfohlen. Grundsätzlich gilt: Bei jeder Gelegenheit sollten Karten, Dokumente und wichtige Informationen offline gespeichert werden.

    💡

    Immer mal wieder Zugang zum Internet zu haben ist vor Allem in der Waldbrandzeit im Sommer wichtig, da Apps wie BC Fire immer den aktuellen Status der Brände anzeigen.

    9.Kosten & Sicherheit

    Kanada ist insgesamt ein teures Reiseland. Lebensmittel kosten etwa 25 bis 40 Prozent mehr als in Deutschland, insbesondere importierte Produkte wie Obst, Gemüse oder Käse. Diesel liegt je nach Region zwischen 1,60 und 2,20 Euro pro Liter.
    Je abgelegener die Region, desto teurer wird es.


    Dafür gibt es keine Mautstraßen, und Fährverbindungen sind meist moderat bepreist. Ein Nationalpark-Pass für rund 100 Euro gilt ein Jahr lang für alle Parks und deckt ein Fahrzeug inklusive aller Insassen ab. Durch häufiges Wildcampen lassen sich die Reisekosten deutlich reduzieren, und viele Sehenswürdigkeiten, Museen oder Aktivitäten sind günstig oder sogar kostenfrei.

    Service & Reparaturen

    Auch bei Services ist Kanada sehr gut aufgestellt. Waschsalons, oft kombiniert mit Duschen, sind weit verbreitet – nicht zuletzt durch den starken Fernverkehr. Wasser ist nahezu überall verfügbar, da Kanada über enorme Süßwasserreserven verfügt. In größeren Orten ist die Versorgung generell ausgezeichnet, Ersatzteile und Reparaturen lassen sich meist problemlos organisieren. Ketten wie Canadian Tire betreiben eigene Werkstätten und können Teile beschaffen. Einschränkungen gibt es jedoch bei europäischen Fahrzeugen, die in Kanada nicht offiziell vertrieben werden; diese tauchen oft nicht in den Systemen auf. In solchen Fällen sind kleinere, unabhängige Werkstätten meist flexibler und lösungsorientierter.

    10.Sicherheit

    Kanada gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, Naturkatastrophen sind selten, abgesehen von regionalen Waldbränden, bei denen es kaum Personenschäden gibt. In Städten kann es vereinzelt zu Taschendiebstahl kommen, insgesamt ist das Sicherheitsgefühl jedoch sehr hoch. Auch das Risiko durch Wildtiere wird häufig überschätzt: Angriffe sind extrem selten und tödliche Zwischenfälle eine absolute Ausnahme. Die Gesundheitsversorgung ist auf hohem Niveau und gut erreichbar.

    Image 1
    Image 2

    11.Lebensmittel

    Die Lebensmittelversorgung ist ausgezeichnet, viele Produkte ähneln den europäischen Standards. Importierte Spezialitäten wie Parmesan, Oliven oder tropische Früchte sind deutlich teurer, während Grundnahrungsmittel gut verfügbar sind. Die Supermärkte sind groß und bieten ein enormes Sortiment, während kleinere Fachgeschäfte wie Metzgereien eher selten sind. Da Restaurantbesuche vergleichsweise teuer sind, lohnt es sich, selbst zu kochen, was nicht nur günstiger, sondern auf langen Reisen auch flexibler ist. Viele Produkte sind lange haltbar verpackt, z.B. vakuumiert, getrocknet oder eingefroren, weshalb man gut für mehrere Tage einkaufen kann.

    12.Fazit - Camping in Kanada

    Was das Campen in Kanada so besonders macht, ist vor allem die Lage der Plätze. Stellplätze liegen hier selten dicht an dicht oder hinter Zäunen. Stattdessen übernachtest du zwischen hohen Kiefern, an türkisblauen Seen, direkt an Flüssen oder mit gewaltigen Berggipfeln unmittelbar vor der Tür. Selbst einfache Campingplätze verfügen oft über Feuerstellen, Picknicktische und einen direkten Zugang zur Natur – Dinge, die in vielen anderen Ländern längst als Luxus gelten.

    Gleichzeitig zeigt sich Kanada extrem camperfreundlich, wenn es um Infrastruktur und Service geht. Entsorgungsstationen, Frischwasserstellen und Wohnmobilstellplätze sind weit verbreitet, und in nahezu jeder Stadt findest du alles, was du unterwegs brauchst. Besonders angenehm ist die Balance zwischen gut organisiertem Camping und legalem Freistehen: Du kannst Campingplätze nutzen, wenn du Komfort suchst, und dich in die Wildnis zurückziehen, sobald dir nach Ruhe und Einsamkeit ist.

    Der wichtigste Schlüssel für ein gelungenes Campingabenteuer in Kanada ist jedoch Respekt – gegenüber der Natur, der Tierwelt, den strengen Brandschutzregeln und dem Prinzip „Leave no trace“. Wer verantwortungsvoll reist, wird reich belohnt: mit stillen Morgen an nebelverhangenen Seen, knisternden Lagerfeuern unter einem endlosen Sternenhimmel und einem Gefühl von Freiheit, das in dieser Form immer seltener geworden ist.