1.Überblick
Slowenien ist eines dieser Länder, das viele vollkommen überrascht.
Slowenien verbindet auf engstem Raum alles, was man für einen perfekten Roadtrip braucht: Berge, Seen, Meer, Kulinarik, Outdoor-Abenteuer und historisch schöne Städte.
Besonders beliebt sind:
die Julischen Alpen
der Triglav-Nationalpark
der Bohinj-See und der Bleder See
das Soča-Tal mit seinem türkisblauen Wasser
das Weinland Goriška Brda
die kurze, aber wunderschöne Adriaküste rund um Piran und Koper
Camping ist in Slowenien bestens organisiert – und du wirst schnell merken, dass das Land wie geschaffen für Reisen im eigenen Tempo ist.
Für Wohnmobilreisende ist Slowenien ein Traumziel: kurze Distanzen, moderne Straßen, hervorragende Campingplätze, viele kleine Stellplätze und eine sehr sichere, entspannte Atmosphäre. Obwohl das Land klein ist, steckt es voller Highlights – perfekt für eine ein- bis zweiwöchige Rundreise.
2.Anreise
2.1 Mit dem eigenen Wohnmobil
Der Großteil der Reisenden kommt über:
Österreich → Karawankentunnel → Bled / Ljubljana
Italien → Triest → Koper / Piran
Italien → Tarvisio → Kranjska Gora
Kroatien → Istrien / Slowenische Küste
Die Straßen sind gut ausgebaut, die Beschilderung ist klar, und selbst die alpinen Routen sind für Wohnmobile gut zu fahren. Lediglich in touristischen Orten wie Bled oder Piran kann es im Hochsommer voll werden.
2.2 Mautsystem & Vignetten
Wie in Österreich gilt auch in Slowenien Vignettenpflicht.
Kosten:
7-Tage-Vignette: ca. 15 €
Monatsvignette: ca. 30 €
erhältlich online, an Tankstellen in Österreich/Italien oder direkt an der Grenze
muss gut sichtbar an die Windschutzscheibe
Wichtig für schwere Wohnmobile:
Fahrzeuge über 3,5 t oder Wohnmobile höher als 1,30 m über der Vorderachse gelten als Kategorie 2B → dafür musst du ein DarsGo-Mautgerät nutzen (ähnlich der GO-Box in Österreich), das deine Maut automatisch berechnet.
2.1Mit eigenem Fahrzeug
• A1 über Graz nach Ljubljana
• Von München nach Ljubljana: ca. 500 km, 5-6 Stunden
• Slowenien hat ein Vignetten-System
• Vignette erforderlich für Autobahnen
• Kann online oder an der Grenze gekauft werden
• Preise: ca. 15€ für 7 Tage, 30€ für 1 Monat
• Slowenien ist EU-Mitglied – keine Grenzkontrollen
• Grüne Versicherungskarte mitführen
• Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten
• Vignette erforderlich
3.Einreise & Formalitäten
3.1 Dokumente
Für EU-Bürger ist die Einreise unkompliziert:
Personalausweis oder Reisepass
EU-Heimtierpass + Mikrochip + gültige Tollwutimpfung
Fahrzeugpapiere & Versicherungsnachweis
Slowenien gehört nicht zur Eurozone der Vergangenheit – aber seit 2023 wird Euro (€) offiziell genutzt.
3.2 Fahrzeuganforderungen
Warndreieck Pflicht
Warnweste empfohlen
Ersatzlampen nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll
Lichtpflicht: tagsüber offiziell vorgeschrieben
Alkoholgrenze: 0,5‰
4.Autofahren
Slowenien ist fahrerfreundlich, aber bestimmte Punkte solltest du beachten:
Geschwindigkeitsbegrenzungen
50 km/h innerorts
90 km/h außerorts
110 km/h Schnellstraßen
130 km/h Autobahnen
Blitzer sind häufig – und teuer.
Alpenstraßen
Besonders rund um:
Kranjska Gora
Vršič-Pass
Soča-Tal
Hier erwarten dich enge Serpentinen, Kopfsteinpflaster, starke Steigungen und spektakuläre Aussichten. Fahre bei Regen oder Nebel besonders vorsichtig.
Wetter
In den Bergen kann das Wetter innerhalb von Minuten umschlagen. Im Hochsommer drohen Gewitter, im Frühjahr/Herbst fällt schnell Schnee in höheren Lagen.
5.Campen
Camping in Slowenien ist in jeder Hinsicht ein Genuss. Das Land bietet eine beeindruckende Mischung aus großen, hervorragend ausgestatteten Campingplätzen, kleinen naturnahen Mini-Camps und einer wachsenden Zahl moderner Wohnmobil-Stellplätze. Was Slowenien wirklich besonders macht, ist die Art und Weise, wie sich diese Plätze in die Landschaft einfügen: Viele liegen direkt an glasklaren Flüssen, am Rand dichter Wälder, am Fuße der Berge oder in unmittelbarer Nähe ruhiger Alpen- und Gletscherseen. Selbst die größeren Campingplätze wirken ordentlich, gepflegt und angenehm ruhig – ein Spiegelbild der großen Wertschätzung, die Slowenien seiner Natur entgegenbringt.
Da das Land sehr kompakt ist, musst du nie lange fahren, um dein nächstes Etappenziel zu erreichen. An einem Tag stehst du vielleicht über dem smaragdgrünen Wasser der Soča, am nächsten bist du von den Wäldern der Pokljuka umgeben oder genießt den Ausblick über Weinberge im Vipava-Tal. Slowenien eignet sich für jeden Campingstil – vom voll ausgestatteten Ferienresort bis hin zu kleinen, rustikalen Stellplätzen, an denen die Nächte dunkler und der Sternenhimmel klarer ist als fast überall sonst in Europa.
5.1 Campingplätze (rund 300 landesweit)
Die offiziellen Campingplätze Sloweniens sind für ihre hohe Qualität und ihre traumhaften Lagen bekannt. Viele größere Anlagen erinnern an kleine Ferienparks: Es gibt makellose Sanitärgebäude, gutes Wasserdruckniveau, zuverlässiges WLAN, ein Café oder Restaurant auf dem Platz, einen Brötchenservice am Morgen und direkten Zugang zu Wander- oder Radwegen. Besonders beliebt sind Campingplätze am Wasser – allen voran am Bohinjer See, Bleder See, am Jasna-See in Kranjska Gora oder an den Seen in den Julischen Alpen.
Entlang der Flüsse, etwa an der Soča oder der Savinja, entsteht eine ganz andere Atmosphäre: glasklares Wasser, hohe Felswände, Hängebrücken und unzählige Möglichkeiten für Kajakfahren, Rafting oder einfach eine erfrischende Pause im Schatten hoher Kiefern.
In den Sommermonaten Juli und August können viele Campingplätze schnell voll werden, und eine vorherige Reservierung ist dringend zu empfehlen. In der Neben- und Zwischensaison – Mai, Juni, September und Oktober – findest du dagegen entspannte Stimmung, mildes Wetter und deutlich niedrigere Preise. Viele Reisende empfinden diese Monate als die perfekte Zeit für eine Slowenienreise.
Die Preise schwanken je nach Lage und Jahreszeit. In der Hochsaison zahlst du häufig zwischen 40 und 50 Euro pro Nacht für zwei Personen und ein Wohnmobil. In den Randmonaten kann der Preis 15–20 Euro darunter liegen – ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
5.2 Wohnmobilstellplätze (Camper Stops / Stellplätze)
Slowenien investiert seit Jahren gezielt in ein modernes Netz legaler und gut ausgeschilderter Wohnmobil-Stellplätze. Diese Camper Stops liegen oft am Rand kleiner Städte, in der Nähe von Yachthäfen, Wanderparkplätzen, Seilbahnen oder Flüssen und bieten den idealen Mittelweg zwischen Komfort und Freiheit.
Die Ausstattung ist meist funktional und zweckmäßig: ein ebener Untergrund, Entsorgung für Grauwasser und Toilettenkassetten, Frischwasser und oft auch Strom. Viele Stellplätze liegen in einer herrlichen Umgebung mit Blick auf die Soča, fußläufig zum Bleder See oder nur wenige Minuten von hübschen Altstädten entfernt.
Stellplätze eignen sich perfekt für Reisende, die häufig den Standort wechseln und nicht jeden Tag eine große Campinganlage nutzen möchten. Sie sind ruhig, sicher, unkompliziert und deutlich günstiger als klassische Campingplätze. Die Preise liegen üblicherweise zwischen 10 und 25 Euro, was sie zu einer der preiswertesten Möglichkeiten macht, Slowenien entspannt mit dem Wohnmobil zu erkunden.
5.3 Microcampings
Eine der größten Stärken Sloweniens ist die Vielzahl kleiner, familiär geführter Mini-Camps. Diese naturnahen Plätze liegen oft inmitten von Weinbergen, Obstgärten, Bauernhöfen, Wiesen oder ruhigen Waldlichtungen und haben nur wenige Stellplätze.
Ein Aufenthalt auf einem Mini-Camp fühlt sich persönlich und herzlich an. Viele Gastgeber bieten hausgemachten Honig, Käse oder Wein an, geben Tipps zu Wanderungen oder Sehenswürdigkeiten und begrüßen dich, als wärst du ein Nachbar. Die Einrichtungen sind meist einfach, aber sauber, und die Atmosphäre ist ruhig, warm und authentisch – weit weg vom Massentourismus.
Die meisten Mini-Camps kosten zwischen 15 und 30 Euro, was sie nicht nur charmant, sondern auch ausgesprochen erschwinglich macht. Besonders schön sind sie im Frühsommer und Herbst, wenn die Landschaft blüht oder die Weinberge reifen und Slowenien in seinen kräftigen Farben erstrahlt.
5.4 Wildcampen in Slowenien
Wildcampen ist in Slowenien offiziell verboten – und in touristischen Regionen wird das auch wirklich durchgesetzt. Rund um den Bleder See, Bohinj, den Triglav-Nationalpark oder an der Adriaküste patrouillieren regelmäßig Ranger, und Verstöße werden mit überraschend hohen Bußgeldern geahndet.
Dennoch bedeutet das Verbot nicht, dass überall strikt kontrolliert wird. In abgelegenen Landesteilen fernab der Nationalparks berichten manche Reisende, dass eine sehr diskrete Übernachtung außerhalb der Hauptsaison gelegentlich geduldet wird. Das heißt jedoch nicht, dass es legal ist – absolute Rücksichtnahme ist in solchen Fällen Pflicht: kein Müll, kein offenes Aufstellen von Möbeln, kein Feuer und am besten Abreise früh am Morgen.
In den Wintermonaten wird Wildcampen zusätzlich durch das Wetter erschwert. Hoher Schnee, starke Winde und eisige Temperaturen machen viele abgelegene Plätze unzugänglich oder unsicher.
Angesichts der sehr guten Campingplätze, Stellplätze und Mini-Camps sehen die meisten Camper keinen wirklichen Grund, wild zu campen. Die legalen Alternativen bieten denselben Naturgenuss – nur ohne Risiko und mit deutlich mehr Entspannung.
6.Services
Wasser & Entsorgung
Slowenien ist hervorragend ausgestattet.
Du findest V+E bei:
Campingplätzen
vielen Stellplätzen
Jachthäfen
einigen Tankstellen
Wanderparkplätzen in Bergregionen
Das Leitungswasser ist sehr sauber – überall trinkbar.
Gas
Slowenien nutzt ein eigenes System:
Deutsche Gasflaschen können manchmal, aber nicht überall, getauscht werden
LPG-Tankstellen gibt es im ganzen Land
Für längere Reisen empfehlenswert:
Adapterset
slowenische Gasflasche kaufen (meist 25–35 €)
Einkaufen & Supermärkte
Gute Supermarktketten:
Mercator
Spar
Hofer (Aldi)
Tuš
Märkte sind ein kulinarisches Highlight:
lokale Käsesorten
Honig aus dem Soča-Tal
frisches Brot
slowenischer Wein (sehr gut & günstig)
Pfirsiche, Aprikosen, Feigen im Sommer
7.Routen
8.Highlights
• Triglav Nationalpark – größter Nationalpark Sloweniens
• Triglav – höchster Berg Sloweniens (2.864m)
• Bleder See – malerischer See mit Insel
• Bohinj-See – größter See Sloweniens
• Soča-Tal – spektakulärer Fluss, Berge
• Postojna-Höhle – größte Schauhöhle Europas
• Škocjan-Höhlen – UNESCO-Welterbe
• Adria-Küste – kurze Küste, Strände
• Ljubljana – Hauptstadt, Altstadt, Kultur
• Bled – malerische Stadt am See
• Piran – historische Küstenstadt
• Maribor – zweitgrößte Stadt
• Koper – Hafenstadt
• Ptuj – historische Stadt
• Wandern in den Julischen Alpen
• Wassersport an den Seen
• Rafting auf der Soča
• Klettern
• Radfahren
• Kultur- und Städtetouren
• Höhlentouren
• Potica – Nusskuchen
• Bleder Cremeschnitte – süßes Gebäck
• Kraški pršut – Schinken
• Lokaler Wein
• Käse
• Frische Meeresfrüchte (an der Küste)
9.Kosten
Slowenien ist günstiger als Österreich oder Italien, aber teurer als Kroatien.
Durchschnittliche Kosten:
Campingplätze: 25–50 €
Stellplätze: 10–25 €
Diesel: moderat
Essen gehen: 10–20 € pro Gericht
Fahrradverleih: 10–15 € pro Tag
Eintrittspreise: meist niedrig (5–10 €)
10.Sicherheit
Slowenien gilt als sehr sicheres Reiseland:
kaum Kriminalität
ruhige Stellplätze
sichere Städte
hilfsbereite Bevölkerung
Ein paar Hinweise dennoch:
In den Bergen können Gewitter schnell entstehen
Bäche und Flüsse können nach Regen anschwellen
In engen Tälern gibt es manchmal Steinschlag
Achte nachts auf dein Fahrzeug, besonders an Raststätten