Sardinien mit dem Wohnmobil: Alles, was du wissen musst, bevor du mit dem Wohnmobil nach Sardinien fährst
    ReiseführerSardinien mit dem Wohnmobil: Alles, was du wissen musst, bevor du mit dem Wohnmobil nach Sardinien fährst
    🇮🇹Italien

    Sardinien mit dem Wohnmobil: Alles, was du wissen musst, bevor du mit dem Wohnmobil nach Sardinien fährst

    Dein kompletter Camper-Guide für Sardinien – die besten Strände, Stellplätze und Geheimtipps

    1.Überblick

    Überblick

    Sardinien ist eine der schönsten Inseln Europas – ein Ort, an dem türkisblaues Wasser, endlose Buchten, schroffe Granitfelsen, Korkeichenwälder und uralte Nuraghenkultur aufeinandertreffen. Für Wohnmobilreisende ist die Insel ein wahres Paradies: kurze Distanzen, ein gutes Netz an offiziellen Wohnmobilstellplätzen (Aree di Sosta), fantastische Agri-Campings auf Bauernhöfen und wilde Landschaften, die das Camperherz höherschlagen lassen.

    Im Sommer pulsiert das Leben an den Stränden von Costa Rei, Stintino und der Costa Smeralda. Im Winter dagegen wirkt die Insel wie leergefegt – viele Campingplätze schließen, aber ruhige Übernachtungen werden plötzlich ganz einfach. Sardinien bietet Natur, Freiheit, Kultur und Kulinarik – alles in einer entspannten, sonnigen Mittelmeeratmosphäre.

    2.Anreise

    Anreise

    Du erreichst Sardinien fast immer über das italienische Festland oder Frankreich/Spanien per Fähre.

    Es gibt viele Verbindungen. Hier die wichtigsten Routen mit ungefähren Fahrzeiten (können je nach Nacht-/Tagfahrt und Reederei etwas variieren):

    Ab Italien

    • Genua – Porto Torres (GNV, Tirrenia)
      Fahrzeit: ca. 10–12 Stunden (meist Nachtfähre)

    • Genua – Olbia (Moby, GNV)
      Fahrzeit: ca. 10–12 Stunden

    • Livorno – Olbia (Moby, Grimaldi Lines)
      Tagfahrt: ca. 6–8 Stunden
      Nachtfahrt: ca. 8–10 Stunden

    • Livorno – Golfo Aranci (Corsica Ferries)
      Fahrzeit: ca. 9–10 Stunden

    Ab Frankreich & Spanien

    • Toulon (Frankreich) – Porto Torres (Corsica Ferries)
      Fahrzeit: ca. 10–12 Stunden

    • Nizza (Frankreich) – Golfo Aranci / Porto Torres (saisonal, Corsica Ferries)
      Fahrzeit: ca. 10–13 Stunden

    • Barcelona (Spanien) – Porto Torres (Grimaldi Lines)
      Fahrzeit: ca. 12–14 Stunden

    3.Einreise & Formalitäten

    3.1 Dokumente & Währung

    • Sardinien gehört zu Italien und damit zur EU & Schengen-Zone.

    • EU-Bürger: Personalausweis oder Reisepass reicht.

    • Haustiere: EU-Heimtierausweis, Mikrochip, gültige Tollwutimpfung.

    Währung ist Euro (€), sodass du dir den Umtausch sparst. Kartenzahlung ist praktisch überall möglich: Tankstellen, Supermärkte, Campingplätze, Fähren, Maut, Parkautomaten. Nimm trotzdem etwas Bargeld für kleine Bars, ländliche Läden oder einfache Area di Sosta mit Münzautomaten mit.

    3.2 Fahrzeug & Maut auf dem Festland

    • In Italien: Warnweste, Warndreieck, Ersatzlampen empfohlen.

    • Autobahnen sind mautpflichtig (Ticket bei Einfahrt, Zahlung bei Ausfahrt / Karte / Bargeld).

    • Fahrradträger mit Überstand: rote-weiße Metall-Warntafel Pflicht.

    Auf Sardinien selbst gibt es keine Autobahnmaut, nur normale Land- und Schnellstraßen.

    4.Autofahren

    Autofahren auf Sardinien ist eine Mischung aus: traumhafte Küstenstraßen, kurvige Bergstrecken, kleine Dörfer mit engen Gassen und gelegentlich sehr kreativer Fahrstil der Einheimischen.

    • Geschwindigkeit meist begrenzt auf 50 / 70 / 90 km/h

    • Innenstädte und Bergdörfer oft eng – mit großem Wohnmobil besser außerhalb parken.

    • Viele Straßen sind schmal, mit Schlaglöchern und ohne Seitenstreifen. Zeit einplanen!

    Die schönsten Fahrstrecken:

    • Küstenstraße zwischen Alghero – Bosa

    • Rund um die Costa Smeralda

    • Von Dorgali nach Baunei (Berg- & Küstenpanorama)

    • Die Hochebene der Giara di Gesturi

    • Straßen rund um den Gennargentu (Gebirge in der Inselmitte)

    5.Campen

    Campen

    5.1 Campingplätze – Saison, Qualität, Winter

    Sardinien hat eine große Auswahl an Campingplätzen, viele direkt am Meer mit Strandzugang, Pinienwald und oft Pool. Die Qualität ist bunt gemischt: von einfachen, naturnahen Plätzen bis hin zu halben Ferienanlagen.

    Wichtig:

    • Die meisten Campingplätze sind nur von etwa April/Mai bis Oktober geöffnet.

    • In der Wintersaison (Nov–März) sind viele Plätze geschlossen.

    • Ein paar wenige Plätze in der Nähe größerer Städte oder Häfen bleiben manchmal ganzjährig geöffnet – das solltest du vorher gezielt recherchieren.

    Typische Preise (2 Personen + Wohnmobil):

    • Nebensaison: ca. 25–40 €

    • Hauptsaison (Juli/August, v.a. Küste): 40–70 €, Top-Lage direkt am Strand auch mehr

    • Viele Plätze verlangen extra für Strom, Hund und Meerblick.

    In der Hochsaison empfiehlt sich Vorab-Reservierung, besonders:

    • an der Costa Smeralda

    • rund um Orosei / Cala Gonone

    • in der Nähe beliebter Städte (Alghero, Villasimius, San Teodoro)

    5.2 Area di Sosta – Offizielle Wohnmobilstellplätze

    Ein echtes Sardinien-Spezial:

    Area di Sosta sind offizielle Stellplätze für Wohnmobile. Sie reichen von sehr einfachen Parkplätzen bis hin zu voll ausgestatteten Stellplatzanlagen mit:

    • ausgewiesenen Parzellen

    • Frischwasser

    • Entsorgung für Grau- und Schwarzwasser

    • Stromsäulen

    • teilweise Duschen/Toiletten

    Du findest sie:

    • in Küstenorten (z. B. bei Stränden / Häfen)

    • bei größeren Städten

    • an Durchgangsstraßen und Kreisverkehren

    • gelegentlich in der Nähe von Supermärkten oder Sportanlagen

    Preise:

    • 15–30 € in der Hauptsaison, je nach Lage & Ausstattung

    Viele Area di Sosta sind im Winter weiterhin in Betrieb, zumindest zur Übernachtung und Entsorgung. Manche haben dann aber reduzierte Services (kein Wasser bei Frost, Strom abgestellt etc.). Dafür ist oft viel Platz, und du stehst sehr ruhig.

    5.3 Agriturismo & Bauernhof-Camping

    Neben den klassischen Plätzen gibt es auf Sardinien zahlreiche Agriturismo-Betriebe, die Stellplätze für Wohnmobile anbieten. Oft:

    • große Wiesen oder Olivenhaine

    • Abendessen oder Menü mit lokalen Produkten

    • eigener Wein, Käse, Olivenöl, Honig

    • teils einfacher, aber sehr herzlicher Standard

    Das ist perfekt, wenn du:

    • echtes sardisches Landleben erleben willst

    • gerne lokal isst

    • ruhige Nächte im Hinterland bevorzugst

    Preise meist im Bereich von 20–35 €, häufig mit der Bitte um Abendessen oder Einkauf vor Ort – was sich fast immer lohnt.

    5.4 Wildcamping auf Sardinien – Sommer vs. Winter

    Offiziell ist Wildcamping auf Sardinien verboten – wie in ganz Italien. Das gilt für Strände, Dünen, Parkplätze, Olivenhaine, Korkwälder, Nationalparks usw. In vielen Regionen steht es ausdrücklich: „No Camping“, „No Camper“, „Divieto di Sosta“.

    In der Realität unterscheidet man grob:

    • Sommer (Juni–September)

      • Polizei & lokale Behörden kontrollieren stark, besonders an der Küste.

      • In touristischen Hotspots (Costa Smeralda, La Maddalena, Villasimius, Orosei, Alghero usw.) wird oft konsequent geahndet – teure Strafen möglich.

      • Auf Stränden, Klippenparkplätzen oder nachts an Aussichtspunkten zu stehen, ist riskant.

    • Winter & Nebensaison (v.a. November–März)

      • Die Insel wirkt teilweise wie ausgestorben: leere Parkplätze, verlassene Strandabschnitte, wenig Verkehr.

      • Viele Reisende berichten, dass diskretes Übernachten auf abgelegenen Parkplätzen oder in kleinen Dörfern toleriert wird, solange du:

        • keine Stühle / Tische / Markise rausstellst

        • keinen Müll hinterlässt

        • niemanden behinderst oder Privatgrund nutzt

    Dennoch: Es bleibt rechtlich eine Grauzone. Die sicherste und entspannendste Variante ist die Kombination aus:

    • Campingplätzen (wenn geöffnet)

    • Area di Sosta

    • Agriturismo-Stellplätzen

    Gerade im Winter ist das Netz an Stellplätzen & Area di Sosta Gold wert, weil viele klassische Campingplätze geschlossen sind.

    6.Services

    6.1 Wasser & Entsorgung

    Auf Sardinien gibt es erstaunlich viele Möglichkeiten, Wasser zu tanken und zu entsorgen – besonders, wenn du weißt, worauf du achten musst:

    • Fast alle Campingplätze und Area di Sosta bieten Frischwasser & Entsorgung.

    • In vielen Dörfern und Kleinstädten findest du öffentliche Wasserhähne / Brunnen, oft in der Nähe von Plätzen, Kirchen oder Sportanlagen.

    • Häufig kannst du in Marinas oder bei Tankstellen nach Wasser fragen (manchmal gegen eine kleine Gebühr).

    💡

    Achte immer auf „Acqua potabile / non potabile“ – nicht jedes Wasser ist Trinkwasser. Im Winter kann Wasser an öffentlichen Hähnen abgestellt oder wegen Frost gesperrt sein.

    6.2 Gas

    • Sardinien nutzt italienische Gasflaschen-Systeme.

    • Deutsche/österreichische Flaschen können meist nicht direkt getauscht werden.

    • LPG (Autogas) ist auf der Insel vorhanden, aber nicht überall – vorher Tankstellen checken.

    Für längere Aufenthalte lohnt sich:

    • eine italienische Gasflasche zu kaufen

    • oder mit Mehrfachadaptern zu reisen, falls du Tankgas (festen Gastank) nutzt.

    6.3 Einkaufen & Internet

    • Supermärkte: Conad, Eurospin, Lidl, Crai, MD – überall zu finden.

    • Märkte & kleine Läden bieten fantastisches Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Brot und natürlich frischen Fisch in den Küstenorten.

    • Mobilfunk: 4G ist in Städten und entlang der Küste gut, im Bergland gibt es Funklöcher.

    • Die meisten Campingplätze haben WLAN, aber in der Hochsaison oft überlastet. Ein eigener Datentarif ist entspannter.

    7.Routen

    Italien bietet spektakuläre Routen für jeden Geschmack. Hier findest du einige empfohlene CampPilot-Routen, die dich zu den schönsten Orten des Landes führen.

    8.Highlights

    Naturwunder:
    • Dolomiten – spektakuläre Berglandschaften, UNESCO-Welterbe
    • Gardasee – größter See Italiens
    • Cinque Terre – malerische Küste, UNESCO-Welterbe
    • Vesuv – aktiver Vulkan bei Neapel
    • Ätna (Sizilien) – höchster aktiver Vulkan Europas
    • Amalfi-Küste – spektakuläre Küstenstraße
    • Toskana – sanfte Hügel, Weinberge
    Städte & Kultur:
    • Rom – Hauptstadt, Kolosseum, Vatikan
    • Venedig – Kanäle, Gondeln, Kultur
    • Florenz – Renaissance, Kunst, Architektur
    • Mailand – Mode, Dom, Kultur
    • Neapel – Pizza, Kultur, Geschichte
    • Verona – Romeo und Julia, Arena
    • Siena – mittelalterliche Stadt
    • Pisa – Schiefer Turm
    Aktivitäten:
    • Strandurlaub an den Küsten
    • Wandern in den Alpen und Dolomiten
    • Wassersport (Surfen, Tauchen, Segeln)
    • Skifahren in den Alpen
    • Radfahren
    • Klettern
    • Kultur- und Städtetouren
    • Weinproben in der Toskana, Piemont
    Kulinarische Highlights:
    • Pizza – ursprünglich aus Neapel
    • Pasta – unzählige Varianten
    • Gelato – italienisches Eis
    • Espresso – Kaffee-Kultur
    • Wein – Chianti, Barolo, Prosecco
    • Käse – Parmigiano, Mozzarella, Gorgonzola
    • Olivenöl – flüssiges Gold

    9.Kosten

    Kosten

    Camping & Übernachten

    • Campingplatz Nebensaison: ca. 25–40 €

    • Campingplatz Hauptsaison: 35–60 €

    • Agriturismo-Camping: ca. 15–35 €

    Essen & Einkaufen

    • Espresso: 1–1,20 €

    • Pizza: 8–15 €

    • Restaurant-Hauptgericht: 12–25 €

    • Supermärkte: leicht günstiger als Norditalien, aber Küstenorte im Sommer teurer.

    Anreise & Mobilität

    • Fähre: stark abhängig von Saison, Route, Kabine & Fahrzeuggröße – grob 150–600 € pro Strecke mit Wohnmobil.

    10.Wetter & Beste Reisezeit

    Sardinien gilt als relativ sicher. Kleine Diebstähle können vorkommen – besonders in touristischen Orten und auf Parkplätzen:

    • Lass keine sichtbaren Wertsachen im Fahrzeug.

    • Parke in Städten wenn möglich auf bewachten Parkplätzen.

    Sommer

    • Juli & August: heiß (oft über 30 °C), sehr voll, Campingplätze und Strände überlaufen, Preise hoch.

    • Perfekt für Badeurlaub, aber anstrengend mit Hund oder ohne Klimaanlage im Van.

    Frühling & Herbst – die besten Monate

    • Mai & Juni sowie September & Oktober sind ideal:

      • Baden ist möglich (Meer im Juni & September angenehm).

      • Temperaturen meist zwischen 20–28 °C.

      • deutlich weniger Touristen, bessere Verfügbarkeit auf Campingplätzen.

      • Wandern & Radfahren sind angenehmer.

    Winter

    • November–März:

      • Insel sehr ruhig, viele Restaurants & Campingplätze geschlossen.

      • Wetter mild, aber wechselhaft: Regen, Wind, kühle Nächte.

      • Küstenorte wirken teilweise wie ausgestorben.

      • Wildcamping im Winter wird oft entspannter gesehen, aber du musst autark sein (Gas, Wasser, Strom) und sehr respektvoll mit Stellplätzen umgehen.

    Image 1
    Image 2
    Image 3